„Pubertät und Sexualität mit Behinderung“

Pubertät, Behinderung und Sexualität; Partnerschaft und Ehe sind immer noch ein Tabuthema in der Gesellschaft. Sind Menschen mit Behinderung sexuell neutral?

Auf Einladung des Beratungsbüros der WiKi gGmbH für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen in Wilhelmshaven und Varel kamen am Donnerstag, 8. Juni 2017, im Zentrum für Gesundheit und Familie am St.-Johannes-Hospital, Interessierte zu einem Informationsabend zusammen. Die Referentin, Frau Wiebke Hendeß, Sexualberaterin und selbst Rollstuhlfahrerin, hatte umfangreiches Material zusammengestellt, um zu diesem Thema zu informieren. Im Rahmen eines Vortrages mit anschließender Möglichkeit zum Gedankenaustausch wurden den Eltern, Angehörigen, Lehrkräften und weiteren Interessierten Anregungen, Tipps und Hinweise gegeben.

Dass die Pubertät der eigenen Kinder eine schwierige Zeit sein kann, wissen alle Eltern. Für Eltern von Kindern mit Behinderung, egal ob es sich um Lernschwierigkeiten, Körper- oder Mehrfachbehinderung handelt, stellt diese Phase noch einmal eine besondere Herausforderung dar. Wie kann ich mein Kind aufklären? Muss ich das überhaupt? Wecke ich nicht schlafende Hunde? Mein Kind ist vielleicht gar nicht an Sexualität interessiert? Diese und ähnliche Fragen stellen sich Eltern und Bezugspersonen immer wieder. Die Antworten darauf sind je nach Art und Grad der Behinderung sehr vielfältig. Auf viele dieser Fragen kann es keine Standardantwort geben. „Im Alltag werden heranwachsende behinderte Menschen sehr oft mit ihren Defiziten konfrontiert. Sie erkennen, dass sie anders sind als andere und manchmal nicht dazu gehören. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass es Dinge gut und manche sogar auch besser kann als andere. Zeigen Sie ihm, was besonders schön an ihm ist. Sind es vielleicht die besonders schönen Augen, Haare oder hat es ein tolles Lächeln.“ Frau Hendeß, die aus ihrer Kindheit auch ein Leben ohne Behinderung kennt, weiß, dass auch junge Frauen und Männer mit Handicap schön und modern gekleidet sein möchten. Sie wollen ebenso jugendlich, schick und begehrenswert aussehen, wie alle anderen Menschen.

Viele Fragen wurden an diesem Abend gestellt, einige auch gleich gemeinsam ausdiskutiert. Es wurde über Möglichkeiten der Aufklärung und die Unterstützung einer positiven Haltung zur eigenen Identität, dem eigenen Körper und den eigenen Gefühlen gesprochen.

Ein runder Abend, an dem sich auch das seit inzwischen knapp eineinhalb Jahren bestehende Beratungsbüro für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen in Wilhelmshaven und Varel noch einmal vorstellte. Andrea Pohlenga, Marion Ahlers und Bärbel Kahl von der WiKi gGmbH berichteten kurz über ihre Arbeit und die in diesem Jahr noch geplanten Informationsabende. Einen ersten Termin konnten sich die Anwesenden bereits notieren: Am Donnerstag, 10. August 2017, findet eine weitere kostenfreie Veranstaltung mit dem Expertenanwalt, Herrn Günther Hoffmann aus Bremen statt, in der er über das Behindertentestament und das Betreuungsrecht informiert. Nähere Informationen erhalten Sie aus der Tagespresse oder über unseren Internetauftritt: www.unabhängigeberatung.de

Für alle Fragen rund um Behinderung stehen wir jederzeit zur Verfügung. Sie erreichen uns in Wilhelmshaven unter 04421-9884280 oder in Varel unter 04451-9504883.